Geschichte

Pathologie

Direktor:
Prof. Dr. Arndt Hartmann

„Historische Sammlung der Pathologie“

Pathologische Präparatesammlung
Pathologische Präparatesammlung

Pathologische Präparate zeigen das Typische eines Krankheitsbefundes oder im Gegenteil eine seltene Ausprägung davon. Sie halten die unterschiedlichen Stadien eines Krankheitsverlaufs fest oder dokumentieren ungewöhnliche Befunde. Präparate krankhaft veränderter Organe gehörten in Erlangen ursprünglich zum Bestand der Anatomischen Sammlung. Die Geschichte der Sammlung beginnt so gesehen mit der Gründung der Universität 1743, denn bereits wenige Wochen nach deren Eröffnung konnte der erste Leichnam seziert und zur Anfertigung von Präparaten genutzt werden.

Pathologisches Institut 1906

Um 1850 sonderten zwei junge Professoren – der Anatom Joseph von Gerlach und der Internist Franz von Dittrich – die pathologischen Präparate aus und führten sie zu einer eigenständigen Sammlung zusammen. Der dazugehörige Lehrstuhl für »Pathologische Anatomie« wurde 1862 eingerichtet. Die Sammlung hatte „Geburtshilfe“ für das neue Fach geleistet. Als die Pathologie 1906 in ihr heutiges Domizil an der Krankenhausstraße umzog, wurden die Präparate dort als „Herzstück“ in der Mitte des neuen Gebäudes untergebracht.

Ab den 1960er Jahren verlor die bis dahin stetig angewachsene Sammlung an Bedeutung und erlitt erhebliche Verluste. Erst in den letzten Jahren kam wieder Bewegung in ihre Bestände. Heute finden sich noch etwa 1.200 Feuchtpräparate in der Pathologischen Sammlung der Universität Erlangen-Nürnberg. Die meisten von ihnen über 100 Jahre alt, ein Archiv des kranken Körpers. Die gefährdetsten Stücke der Sammlung konnten bereits restauriert werden. Aktuell wird sie im Rahmen einer Dissertation wissenschaftlich katalogisiert, um sie sowohl für historische Fragestellungen als auch für medizinische Lehrzwecke neu verwenden zu können. Nach konservatorischer Überarbeitung dienen einige der historischen Präparate bereits wieder der Schulung des ärztlichen Blicks. Angesichts sinkender Autopsiezahlen bieten sie die Möglichkeit, Studierende der Medizin weiterhin am dreidimensionalen Objekt zu unterrichten. Das Vorhaben, die Sammlung wieder zurück in den Hörsaal zu holen, wurde wesentlich von der Stiftung Mercator unterstützt.

Udo Andraschke
Tilman Rau

 

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