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Pathologie

Direktor:
Prof. Dr. Arndt Hartmann
Pathologie, Nephropathologie, Uni-Klinikum

Hoch spezialisiert und ausgezeichnet

Erlanger Einrichtungen bilden als "Advanced Training Centres" Ärzte aus ganz Europa aus

Das Pathologische Institut (Direktor: Prof. Dr. Arndt Hartmann) und die Nephropathologische Abteilung (Leiterin: Prof. Dr. Kerstin Amann) des Universitätsklinikums Erlangen wurden jetzt von der European Society of Pathology jeweils als "Advanced Training Centre" ausgezeichnet und bilden künftig im Rahmen des "Giordano Fellowship" Ärzte aus ganz Europa aus. Die Erlanger Pathologie ist damit neben dem Institut für Pathologie in Pilsen (Tschechien) eine von nur zwei Einrichtungen in Europa, in der eine spezialisierte Ausbildung im Fachgebiet der urogenitalen Pathologie angeboten wird. Und die Erlanger Nephropathologie ist neben dem Universitätsspital Basel (Schweiz) europaweit die zweite Einrichtung, die als anerkannte und hoch spezialisierte Ausbildungsstätte in der Fachdisziplin Nierenpathologie gilt. "Wir freuen uns sehr über dieses Zertifikat", sagt Prof. Dr. Kerstin Amann, Leiterin der Nephropathologie. "In den vergangenen Jahren haben wir unsere Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet der Nierenbiopsie stetig erweitert und verfeinert. Dieses Wissen möchten wir nun an Kollegen aus ganz Europa weitergeben, damit Nierenerkrankungen in Zukunft noch schneller und eindeutig diagnostiziert werden können und so Patienten auf dem ganzen Kontinent davon profitieren."

Die klinische Pathologie ist von der engen Zusammenarbeit mit Ärzten anderer Fachrichtungen geprägt. So werden beispielsweise noch während einer operativen Tumorentfernung Gewebeproben an den Pathologen geschickt, der sie umgehend mikroskopisch untersucht und dem Chirurgen direkt antwortet, ob bereits alle Krebszellen erfolgreich aus dem Körper entfernt wurden oder ob noch weiter operiert werden muss. Pathologen untersuchen alle Biopsien und Gewebeproben, die durch die klinischen Kollegen aus dem lebenden Organismus entnommen werden, z. B. während einer Operation oder endoskopischen Untersuchung. So wird beispielsweise jede Krebsdiagnose von einem Pathologen gestellt. Auf diese vielfältigen Tätigkeiten werden Pathologen im Rahmen ihrer sechsjährigen Facharztausbildung umfassend vorbereitet. Das Pathologische Institut des Uni-Klinikums Erlangen ist deutschlandweit ein ausgewiesenes Referenzzentrum für urogenitale Pathologie. Hierbei handelt es sich um die Diagnostik von Gewebeproben aus der Harnblase, der Niere und der Prostata. Insbesondere die Erkennung seltener Tumorerkrankungen in diesen Organen steht dabei im Vordergrund. Die Erlanger Pathologen erhalten jährlich mehr als 1.000 Gewebeproben von Fachkollegen aus ganz Deutschland und Österreich mit der Bitte um eine referenzpathologische Mitbegutachtung. Manche Erkrankungen mit ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen sind allerdings so selten, dass nicht jeder angehende Pathologe im Laufe seiner Ausbildung die Möglichkeit hat, eine entsprechende Gewebeprobe tatsächlich selbst zu sehen und an ihr zu arbeiten.

Die European Society of Pathology hat dieses Problem erkannt und baut nun durch die Etablierung von "Advanced Training Centres" ein europaweites Netzwerk auf, in dessen Rahmen erfahrene Pathologen ihr Wissen an junge Kollegen weitergeben. Die Ziele sind die eindeutige Klassifikation von Krankheiten mithilfe von fortgeschrittenen Diagnosetechniken und die darauf basierende individuelle Therapie.

Nephropathologie: lange Erfolgsgeschichte in Erlangen

Dies gilt auch für die Nephropathologie, die sich hauptsächlich mit der Diagnostik von entzündlichen und degenerativen Nierenerkrankungen, Veränderungen in transplantierten Nieren sowie den Auswirkungen von Systemerkrankungen auf die Nieren beschäftigt. Untersucht wird hierbei in erster Linie Gewebe, das mittels einer Biopsie aus den Nieren entnommen wird. "Die Nephropathologische Abteilung des Uni-Klinikums Erlangen weist eine lange Erfolgsgeschichte auf dem Gebiet [der Nierenbiopsie] auf und ist sowohl bei der Ausbildung von Nephropathologen als auch bei der Gestaltung nephropathologischer Weiterbildungen sehr engagiert", heißt es im offiziellen Schreiben der European Society of Pathology. Die Erlanger Nephropathologie führt die Nierenbiopsiediagnostik seit mehr als 15 Jahren durch: jährlich etwa 3.700-mal und davon über 2.000-mal mithilfe eines Elektronenmikroskops.

Die einmaligen Fachkenntnisse in Erlangen sowohl auf dem Gebiet der Diagnostik von urogenitalen Tumoren als auch in der Nephropathologie ermöglichen den Ärzten aus ganz Europa auch eine simultane Ausbildung in beiden Fachdisziplinen.

Website der European Society of Pathology: www.esp-pathology.org

Weitere Informationen:

Pathologie
Prof. Dr. Arndt Hartmann
Telefon: 09131 85-22286
E-Mail: arndt.hartmannatuk-erlangen.de

Nephropathologie
Prof. Dr. Kerstin Amann
Telefon: 09131 85-22291
E-Mail: kerstin.amannatuk-erlangen.de

 

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